
Sie kennen Ihr Handwerk in- und auswendig. Genau das ist beim Schreiben oft das Problem. Was für Sie selbstverständlich ist, klingt für Ihre Kunden nach Fremdsprache. Ein Elektriker schreibt von „Unterverteilung“ und „FI-Schutzschalter“, die Kundin sucht aber einfach jemanden, weil bei ihr ständig die Sicherung rausfliegt. Wenn Ihre Website diese Lücke nicht schließt, liest der Besucher nicht weiter und ruft lieber beim Nächsten an.
Die gute Nachricht: Verständliche Texte brauchen kein Talent, sondern ein paar einfache Regeln. Die wichtigsten finden Sie hier.
Schreiben Sie vom Problem Ihres Kunden aus
Niemand sucht im Netz nach einer Leistung, sondern nach einer Lösung für ein Problem. Die Malerin wird nicht wegen „Untergrundvorbehandlung“ gefunden, sondern weil jemand Schimmelflecken an der Wand hat oder vor dem Einzug schnell renovieren will. Fragen Sie sich deshalb bei jedem Abschnitt: Mit welchem Anliegen kommt der Kunde zu mir?
Ein hilfreicher Trick ist, sich an die letzten Anrufe oder Gespräche zu erinnern. Wie haben Ihre Kunden ihr Anliegen formuliert? Genau diese Worte gehören auf Ihre Seite. Sie sind meist auch die Begriffe, die bei Google eingetippt werden.
Nutzen statt Merkmale
Ein Merkmal beschreibt, was Sie tun. Ein Nutzen beschreibt, was der Kunde davon hat. Beides ist wichtig, aber der Nutzen gehört nach vorne. Ein paar Beispiele aus dem Alltag:
- Statt „Wir arbeiten mit staubarmen Schleifsystemen“ besser: „Ihre Wohnung bleibt sauber, auch während wir schleifen.“
- Statt „Termine nach Vereinbarung“ besser: „Sie bekommen einen festen Termin und wissen, wann wir kommen.“
- Statt „Manuelle Lymphdrainage“ allein besser zusätzlich: „Hilft, wenn Beine oder Arme nach einer Operation geschwollen sind.“
Der Fachbegriff darf ruhig bleiben. Er zeigt Kompetenz und hilft Kunden, die schon genau wissen, was sie suchen. Er braucht aber eine kurze Übersetzung daneben.
Kurze Sätze, klare Wörter
Auf dem Handy liest niemand lange Schachtelsätze. Halten Sie Ihre Sätze kurz und packen Sie pro Satz nur einen Gedanken hinein. Ein paar Regeln, die fast immer helfen:
- Verben statt Hauptwörter: „Wir beraten Sie“ statt „Die Durchführung der Beratung erfolgt“.
- Aktiv statt Passiv: „Wir räumen die Baustelle auf“ statt „Die Baustelle wird geräumt“.
- Sprechen Sie Ihre Leser direkt an, mit „Sie“ und „Ihr“.
- Kurze Absätze mit Zwischenüberschriften, damit man die Seite überfliegen kann.
Ein einfacher Test: Lesen Sie Ihren Text laut vor. Wo Sie ins Stocken geraten oder Luft holen müssen, ist der Satz zu lang. Noch besser ist es, jemanden aus der Familie lesen zu lassen, der nicht aus Ihrer Branche kommt. Wenn diese Person erklären kann, was Sie anbieten, ist der Text gut.
Konkret werden statt Allgemeinplätze
Sätze wie „Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt“ oder „Qualität ist unser Anspruch“ liest man auf fast jeder Website. Sie sagen nichts, weil sie jeder schreiben kann. Viel stärker wirken konkrete Aussagen, die nur auf Sie zutreffen:
- Für welche Orte oder Stadtteile sind Sie unterwegs?
- Wie läuft ein Auftrag ab, vom ersten Anruf bis zur Abnahme?
- Was ist bei Ihnen anders, zum Beispiel feste Ansprechpartner, Arbeit am Samstag oder eine Abholung von Fahrschülern an der Schule?
- Was sollte der Kunde vorbereiten, bevor Sie kommen?
Ein beschriebener Ablauf nimmt Unsicherheit. Gerade wer zum ersten Mal einen Handwerker beauftragt oder einen Termin in der Physiotherapie bucht, möchte wissen, was ihn erwartet.
Jede Seite braucht einen nächsten Schritt
Ein verständlicher Text ist nur die halbe Miete. Am Ende muss klar sein, was der Leser jetzt tun soll. Anrufen, eine Nachricht schreiben oder einen Termin buchen: Nennen Sie genau einen Weg und machen Sie ihn so einfach wie möglich. Eine Telefonnummer, die sich auf dem Handy direkt antippen lässt, ist oft wirkungsvoller als ein langes Formular.
Überlegen Sie auch, welche Fragen vor einer Anfrage typischerweise auftauchen. Kommen Sie auch am Wochenende? Bringen Sie das Material mit? Brauche ich eine Überweisung? Ein kurzer Abschnitt mit Antworten auf solche Fragen spart Ihnen Telefonate und gibt dem Kunden Sicherheit.
Fazit
Gute Texte für kleine Betriebe sind keine Kunst. Sie gehen vom Anliegen des Kunden aus, erklären Fachbegriffe in Alltagssprache, bleiben konkret und enden mit einem klaren nächsten Schritt. Wer so schreibt, wirkt nahbar und kompetent zugleich, und genau das entscheidet oft, wer den Auftrag bekommt.
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